Magnetisierungsarten für Magnetfolien und Magnetbänder

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Hier möchten wir die grundsätzliche Funktionsweise von flexiblen Magneten erklären, ohne auf alle technischen Details einzugehen.

Allgemeines

Magnete verfügen immer über einen Nordpol und einen Südpol. Das Magnetfeld spannt immer einen Bogen zwischen den beiden Polen und übt dorthin seine Kraft aus. Umso größer der Abstand zwischen den Polen ist, umso größer wird der Bogen und umso höher ist der Abstand den das Magnetfeld überbrücken kann. 

Dieser Abstand wird "Luftspalt" genannt. Das ist der Abstand zwischen dem Magnet und dem Luftspalt. Hierbei ist es unerheblich ob der Abstand durch Luft oder ein nicht magnetisches Material entsteht.

Auch der Untergrund ist wichtig

Es ist wichtig, dass der Magnet genug Gegenmaterial hat, an dem er sich festhalten kann. Ansonsten wird ein Teil seiner Kraft nicht genutzt.

Gute Anordnung der Pole

Das Magnetfeld hat genug Material um sich festzuhalten.

Schlechte Anordnung der Pole

Die Pole sind zu breit. Das Magnetfeld geht durch den zu dünnen Untergrund.
 

Größeren Luftspalt überbrücken

Wenn Sie einen größeren Luftspalt überbrücken müssen, sollte die Polbreite größer sein. Dadurch wird das Magnetfeld größer und ein größerer Abstand kann überwunden werden. Am besten haften Magnete natürlich bei geringem Luftspalt.

Hier sind die Pole breit genug, dass das Magnetfeld, trotz des größeren Abstands reicht, den Untergrund zu erreichen.

Magnetisierungsarten

Einseitig mehrpolige Magnetisierung (MMS Standard)

Die meisten Magnetfolien und Magnetbänder sind einseitig mehrpolig magnetisiert. Das bedeutet, dass die Nord- und Süd-Pole in streifenform nebeneinander angeordnet sind.

Die Breite der Pole nennt sich Polbreite und wird häufig auch Polabstand genannt.
Auch hier gilt, umso größer die Polbreite ist, umso höher ist der Abstand den das Magnetfeld überbrücken kann. Die Haftkraft ist hierbei auf eine Seite des Materials begrenzt und dorthin sehr stark. Das ist die optimale Magnetisierung um auf Flächen wie Autos, Metallwänden, usw. zu haften.

Axiale Magnetisierung

In diesem Fall ist das Material auf einer Seite mit dem Nordpol und auf der anderen Seite mit dem Südpol magnetisiert. 

Auch hier spannt sich der Bogen wieder zwischen den Polen. Daher ist die Haftkraft an den Kanten des Materials besonders hoch. Das ist für spezielle Anwendungen sinnvoll, bei denen z.B. mehrere Bahnen bedrucktes Material an den Kanten zusammengehalten werden soll.

Axial magnetisiertes Material haftet in einer Richtung auf sich selbst und stößt sich in die andere Richtung ab. Allerdings sind die Kräfte hierbei nicht so groß, da die meiste Kraft an den Kanten des Materials abgegeben wird.

Beidseitig mehrpolige Magnetisierung

Bei der beidseitig mehrpoligen Magnetisierung sind beide Seiten das Materials magnetisiert. Damit die Pole sich nicht in die Quere kommen, bzw. das Material nicht wieder teilweise entmagnetisiert wird, müssen die Pole auf beiden Seiten um einen Pol versetzt sein. So trofft wieder Nordpol auf Südpol.

Diese Art der Magnetisierung wird für besondere Anwendungen verwendet, bei denen in beide Richtungen des Materials eine Magnetkraft benötigt wird.

Beispiele:

Magnet auf eisenhaltigen Flächen

Magnete haften auf eisenhaltigen Flächen, unabhängig davon wie die Magnetisierung ist. Das Magnetfeld "hält sich am Eisen fest".

Beispiele:

 

Flexible Lösung bei variablem Untergrund

Bei einigen Anwendungen werden die magnetischen Teile separat zum Grundsystem geliefert. Um sicherzugehen, dass die Magnetisierung trotzdem immer passt, ist ein ferromagnetisches Gegenstück oft die beste Wahl.

Wir bieten zwar auch passende paarige Magnete für fast alle Anwendungsfälle an, aber das erfordert höhere Präzision in der Fertigung und mehr Aufwand in der Planung von Systemen.

Beispiele:

  • Panele die an Messeständen angebracht werden sollen
  • Insektenschutztüren
  • Abdeckungen

Magnet auf Magnet

Wenn Magnete aufeinander haften sollen, muss darauf geachtet werden, dass die Nord- und Südpole zueinander passen. Der Nordpol möchte immer nur auf dem Südpol haften und andersherum. Sind die Pole gleich, stoßen sie sich ab. Daher ist es wichtig für derartige Anwendungen die genaue Magnetisierung zu kennen und zu beachten.

Einseitig mehrpolige Magnetisierung

Axiale Magnetisierung

Nutzt man 2 passende Magnete aufgeinander, ist die Haftkraft besonders hoch. Die Magnete wollen immer nur in der passenden Position stehen.

Beispiele:

  • Tolle Verschlüsse, bei denen der genaue Sitz wichtig ist
  • Insektenschutztüren mit sattem, präzisem Verschluss

 

Verarbeitung von Magneten die aufeinander haften sollen

Da die Magnete nur in einer ganz bestimmten Position aufeinander haften (besonders bei einseiztig mehrpoliger Magnetisierung), müssen sie bei der Verarbeitung exakt positioniert werden.

Die einfachste Methode das zu bewerkstelligen, ist die Magnete bereits als Paar herzustellen und auch so zu verarbeiten. So ist es z.B. sinnvoll bei einem Verschluss das komplette Magnetpaar in den Deckel zu kleben und die andere Seite durch Schließen de Deckels zu positionieren. So ist eine optimale Platzierung sichergestellt.

Sprechen Sie mit uns über Ihre Idee. Wir können Ihnen die passenden paaringen Magnete liefern.

Passenden Gegenmagnet finden

Ist man auf der Suche nach einem passenden Gegenmagnet für eine bestehende Anwendung, ist es wichtig die Magnetisierung zu kennen und zu beachten. Man kann zwar ein Material finden, das die gleichen Abmessungen, aber ganz andere magnetische Eigenschaften hat. Diese Materialien haften dann nicht gut aufeinander.

Zur Überprüfung der Magnetisierung werden die Pole mit einer Sensorfolie sichtbar gemacht. Man kann dann das Magnetisierungsmuster prüfen und messen. Gerne übernehmen wir das für Sie. Senden Sie uns einfach ein kleines Musterstück Ihres Materials zu.

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